Praxis · Stand August 2026 · Lesezeit 5 Minuten

Stundenlohn in Netto umrechnen: die Formel für Teilzeit

Monatsbrutto = Stundenlohn × Wochenstunden × 13 ÷ 3. Bei 20 € Stundenlohn und 25 Wochenstunden sind das 2.166,67 € brutto und geschätzt rund 1.583 € netto (Steuerklasse I, Stand August 2026). Der Faktor 4,333 statt 4 macht allein 167 € Brutto aus.

Stundenlohn über Monatsbrutto in Netto umrechnen

Die Formel und woher der Faktor kommt

Teilzeitverträge nennen oft einen Stundenlohn, die Lohnabrechnung dagegen ein Monatsbrutto. Zwischen beiden steht ein einziger Umrechnungsschritt: Monatsbrutto = Stundenlohn × Wochenstunden × 13 ÷ 3. Der Bruch 13 ÷ 3 ist exakt 4,3333 und entsteht aus 52 Kalenderwochen geteilt durch 12 Monate. Wer stattdessen mit vier Wochen je Monat rechnet, liegt systematisch 7,7 Prozent zu niedrig — bei 20 € und 25 Stunden fehlen so 166,67 € Brutto pro Monat, über ein Jahr rund 2.000 €.

Umgekehrt funktioniert die Formel genauso: Stundenlohn = Monatsbrutto × 3 ÷ (13 × Wochenstunden). Aus 2.166,67 € bei 25 Wochenstunden werden wieder 20 € je Stunde. Das ist der schnellste Weg, ein Angebot mit Monatsgehalt gegen ein Angebot mit Stundenlohn zu vergleichen.

Netto nach Wochenstunden bei 20 € Stundenlohn

Die folgenden Werte gelten für 20 € Stundenlohn. Das Monatsbrutto steigt linear mit den Stunden, das Netto nicht — deshalb steht die Netto-Quote daneben.

WochenstundenMonatsbruttoNetto (geschätzt)Netto-QuoteNetto je Stunde
151.300,00 €≈ 1.109 €85 %≈ 17,07 €
201.733,33 €≈ 1.358 €78 %≈ 15,66 €
252.166,67 €≈ 1.583 €73 %≈ 14,62 €
302.600,00 €≈ 1.837 €71 %≈ 14,13 €
353.033,33 €≈ 2.086 €69 %≈ 13,76 €
403.466,67 €≈ 2.331 €67 %≈ 13,45 €

Annahmen für alle Werte: Steuerklasse I, keine Kirchensteuer, keine Kinder, gesetzlich versichert mit 14,6 % plus 2,9 % Zusatzbeitrag, Nordrhein-Westfalen, Rechenstand 2026.

Mit eigenen Zahlen prüfen: 25 Wochenstunden · 30 Wochenstunden — trage dort dein errechnetes Monatsbrutto direkt als Teilzeit-Brutto ein.

Warum der Netto-Stundenlohn bei weniger Stunden steigt

Von 15 auf 40 Wochenstunden verdreifacht sich fast das Brutto, das Netto aber nur um den Faktor 2,1. Dahinter stecken zwei Effekte. Erstens die Steuerprogression: Bei 1.300 € Monatsbrutto liegt das zu versteuernde Einkommen nach Abzug der Sozialabgaben und Pauschbeträge kaum über dem Grundfreibetrag, es fällt fast keine Lohnsteuer an. Zweitens der Midijob-Übergangsbereich zwischen 603 € und 2.000 € Monatsbrutto: Dort ist die Bemessungsgrundlage für den Arbeitnehmeranteil an den Sozialabgaben gemindert, und zwar gleitend bis zur Obergrenze.

Praktisch heißt das: Der Netto-Stundenlohn ist bei 15 Wochenstunden mit rund 17,07 € um etwa 27 Prozent höher als bei 40 Stunden mit rund 13,45 €. Wer über eine Reduzierung nachdenkt, sollte deshalb nie mit dem Brutto-Dreisatz rechnen. Was genau bei einer Reduzierung übrig bleibt, ordnet die Seite Stunden reduzieren ein; die Details zum Übergangsbereich stehen unter Teilzeit und Midijob.

Netto nach Stundenlohn bei 25 Wochenstunden

Der zweite Blickwinkel: gleiche Stundenzahl, unterschiedliche Stundenlöhne. Gut sichtbar ist der Sprung zwischen 18 € und 20 €, weil das Monatsbrutto dort die 2.000-€-Grenze überschreitet und der Übergangsbereich endet.

StundenlohnMonatsbruttoNetto (geschätzt)Netto-Quote
14,00 €1.516,67 €≈ 1.242 €82 %
16,00 €1.733,33 €≈ 1.358 €78 %
18,00 €1.950,00 €≈ 1.462 €75 %
20,00 €2.166,67 €≈ 1.583 €73 %
25,00 €2.708,33 €≈ 1.900 €70 %

Von 18 € auf 20 € Stundenlohn steigt das Brutto um 216,67 €, netto kommen davon rund 121 € an — etwa 56 Prozent. Von 20 € auf 25 € sind es 541,67 € brutto und rund 317 € netto, also knapp 59 Prozent. Diese Quote ist der ehrlichste Maßstab für eine Lohnverhandlung.

Aufschlüsselung: 20 € bei 25 Wochenstunden

So verteilen sich die 583 € Abzüge auf 2.166,67 € Monatsbrutto: Rentenversicherung 201,50 €, Krankenversicherung 189,58 €, Pflegeversicherung 52,00 €, Arbeitslosenversicherung 28,17 €, Lohnsteuer 112,04 €, Solidaritätszuschlag 0 €. Es bleiben rund 1.583 € netto. Bemerkenswert ist das Verhältnis: Die Sozialversicherungen machen mit 471,25 € gut vier Fünftel der Abzüge aus, die Lohnsteuer nur knapp ein Fünftel. Genau deshalb wirken Stellschrauben wie der Krankenkassen-Zusatzbeitrag oder der Kinder-Abschlag in der Pflegeversicherung bei Teilzeit stärker als die Steuerklasse.

Vier typische Rechenfehler

Faktor 4 statt 4,333: der häufigste Fehler, er kostet 7,7 Prozent des Brutto. Zuschläge mitgerechnet: Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge sind in bestimmten Grenzen steuer- und beitragsfrei — sie gehören nicht in das Grundbrutto der Formel, sondern separat betrachtet. Sonderzahlungen vergessen: Ein 13. Monatsgehalt erhöht das Jahresbrutto, wird aber im Zuflussmonat höher besteuert als der Zwölftelwert. Schwankende Stunden: Bei Arbeit auf Abruf schwankt das Monatsbrutto, und im Übergangsbereich springt die Abgabenquote mit. In diesem Fall lohnt es, einen guten und einen schwachen Monat getrennt zu rechnen.

So rechnest du deinen eigenen Fall

Schritt eins: Stundenlohn × Wochenstunden × 13 ÷ 3 ergibt dein Monatsbrutto. Schritt zwei: Diesen Wert im Rechner als Teilzeit-Brutto eintragen, dazu Steuerklasse, Bundesland, Kinder und deinen Krankenkassen-Zusatzbeitrag setzen. Schritt drei: Das Ergebnis gegen deine tatsächliche Abrechnung halten — Abweichungen kommen fast immer aus Freibeträgen, Zusatzbeitrag oder Sachbezügen. Die Grundlagen dazu stehen unter Teilzeit-Gehalt berechnen, und wer zwischen zwei Modellen schwankt, findet im Vollzeit-Teilzeit-Vergleich die Gegenüberstellung.

Stundenlohn im Teilzeit-Rechner prüfen

FAQ

Wie rechne ich einen Stundenlohn in Monatsbrutto um?

Monatsbrutto = Stundenlohn × Wochenstunden × 13 ÷ 3. Der Faktor 13 ÷ 3 entspricht 4,333 und kommt aus 52 Wochen geteilt durch 12 Monate. Bei 20 Euro und 25 Wochenstunden ergibt das 2.166,67 Euro Monatsbrutto.

Warum ist der Faktor 4,333 und nicht 4?

Ein Monat hat im Schnitt 4,333 Wochen, nicht 4. Wer mit 4 rechnet, unterschätzt das Monatsbrutto um rund 7,7 Prozent. Bei 20 Euro und 25 Wochenstunden sind das etwa 167 Euro Brutto pro Monat, die in der Rechnung fehlen.

Warum steigt der Netto-Stundenlohn bei weniger Stunden?

Weil die Lohnsteuer progressiv ist und der Midijob-Übergangsbereich bis 2.000 Euro Monatsbrutto die Sozialabgaben senkt. Bei 20 Euro Stundenlohn bleiben von 15 Wochenstunden rund 17,07 Euro netto je Stunde, von 40 Wochenstunden nur rund 13,45 Euro.

Hinweis: Alle Werte sind vereinfachte Schätzungen zur Orientierung (Rechenstand 2026) und keine Steuer- oder Rechtsberatung. Verbindlich sind Lohnabrechnung, Steuerbescheid und Auskünfte der zuständigen Stellen.