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teilzeit netto berechnen

Teilzeit-Netto berechnen: Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 14.08.2026 · Lesezeit: 6–8 Min.

Teilzeit-Netto Schritt für Schritt berechnen

Kurzantwort

Teilzeit-Netto entsteht in zwei Rechenschritten: erst das anteilige Brutto, dann die Abzüge auf dieses neue Brutto. Wer bei 3.600 € Vollzeit-Brutto von 40 auf 30 Stunden geht, hat 2.700 € Teilzeit-Brutto und in unserer Modellrechnung rund 1.895 € netto – 510 € weniger als vorher, also rund 51 € je abgegebener Wochenstunde. Diese Seite rechnet den Fall Zeile für Zeile vor.

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In fünf Schritten vom Vollzeit-Brutto zum Teilzeit-Netto

  1. Teilzeit-Brutto bilden. Vollzeit-Brutto mal Teilzeitstunden geteilt durch Vollzeitstunden. 3.600 € × 30 ÷ 40 = 2.700 €. Prüfe dabei, welche Stundenzahl im Betrieb als Vollzeit gilt – 38,5 oder 39 Stunden sind häufig und verändern das Ergebnis.
  2. Arbeitnehmeranteile der Sozialversicherung abziehen. Rentenversicherung 9,3 Prozent, Arbeitslosenversicherung 1,3 Prozent, Krankenversicherung 8,75 Prozent (die Hälfte aus 14,6 Prozent allgemeinem Satz und 2,9 Prozent Zusatzbeitrag) sowie Pflegeversicherung 2,4 Prozent für Kinderlose beziehungsweise 1,8 Prozent mit mindestens einem Kind.
  3. Zu versteuerndes Einkommen ermitteln. Vom Jahresbrutto gehen die Sozialabgaben als Vorsorgeaufwand ab, dazu der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € und der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 €.
  4. Lohnsteuer und Zuschläge berechnen. Auf den Rest wird der Einkommensteuertarif angewendet, abgewandelt nach Steuerklasse. Solidaritätszuschlag fällt erst oberhalb der Freigrenze auf die Jahreslohnsteuer an, Kirchensteuer nur bei Kirchenmitgliedschaft.
  5. Nettoverlust und Netto je Stunde bilden. Ziehe das neue Netto vom alten ab und teile die Differenz durch die Zahl der abgegebenen Wochenstunden. Erst diese Zahl macht Teilzeit vergleichbar.

Der Fall im Detail: 3.600 €, Steuerklasse I, 40 auf 30 Stunden

PositionSatzVollzeit 3.600 €Teilzeit 2.700 €
Rentenversicherung9,30 %335 €251 €
Arbeitslosenversicherung1,30 %47 €35 €
Krankenversicherung inkl. Zusatzbeitrag8,75 %315 €236 €
Pflegeversicherung (kinderlos)2,40 %86 €65 €
Lohnsteuerprogressiv412 €218 €
Solidaritätszuschlagunter Freigrenze0 €0 €
Summe Abzüge—1.195 €805 €
Netto—2.405 €1.895 €

Modellrechnung für Steuerklasse I in Nordrhein-Westfalen, ohne Kirchensteuer, ohne Kinder, gesetzlich versichert, Rechenstand 2026. Rundungsdifferenzen von ein bis zwei Euro sind möglich.

Die Kennzahl, auf die es ankommt

Vom Brutto verschwinden 900 €, vom Netto nur 510 €. Die Differenz von 390 € wäre ohnehin an Steuer und Sozialversicherung gegangen – du gibst also 900 € ab, spürst aber nur 57 Prozent davon. Auf die zehn abgegebenen Wochenstunden gerechnet kostet dich jede Stunde weniger Arbeit rund 51 € Monatsnetto.

Diese Kennzahl lässt sich weiterverwenden. Willst du statt zehn nur vier Stunden abgeben, also auf 36 Stunden gehen, liegst du überschlagsweise bei rund 204 € weniger Netto. Umgekehrt steigt dein Netto-Stundenlohn von 13,88 € in Vollzeit auf 14,58 € in Teilzeit, weil das niedrigere Jahreseinkommen mit einem niedrigeren Durchschnittssteuersatz belastet wird.

Vier Fehler beim Selberrechnen

Was das Modell nicht abbildet

Die Rechnung ist bewusst vereinfacht und liefert eine Orientierung, keine Lohnabrechnung. Nicht enthalten sind individuelle Freibeträge aus der Steuerkarte, Kinderfreibeträge, das Faktorverfahren im Detail, private Krankenversicherung, betriebliche Altersvorsorge, Dienstwagen und andere Sachbezüge, mehrere Beschäftigungen sowie Einmalzahlungen. Wie sich die einzelnen Beitragssätze zusammensetzen, steht auf der Seite Sozialabgaben in Teilzeit; welche Rolle die Steuerklasse spielt, klärt Teilzeit und Steuerklasse.

Häufige Fragen zur Teilzeit-Berechnung

Wie rechne ich mein Teilzeit-Brutto aus?

Vollzeit-Brutto mal gewünschte Wochenstunden geteilt durch die betriebliche Vollzeitstundenzahl. Bei 3.600 € und einem Wechsel von 40 auf 30 Stunden sind das 3.600 × 30 ÷ 40 = 2.700 €.

Wie viel Netto verliere ich pro reduzierter Wochenstunde?

Im Beispiel mit 3.600 € Vollzeit-Brutto sind es rund 51 € Monatsnetto je Wochenstunde, die du abgibst. Diese Kennzahl ist griffiger als der Monatsbetrag, weil du damit auch Zwischenschritte wie 36 oder 32 Stunden abschätzen kannst.

Warum sinkt mein Netto langsamer als mein Brutto?

Weil ein Teil des weggefallenen Bruttos ohnehin an Steuer und Sozialabgaben gegangen wäre. Im Beispiel entfallen 900 € Brutto, netto fehlen aber nur 510 € – die restlichen 390 € waren Abzüge.

Welchen Krankenkassen-Zusatzbeitrag soll ich eintragen?

Den Satz deiner eigenen Kasse, nicht den Vorgabewert. Er steht auf der Beitragsmitteilung der Krankenkasse. Getragen wird er zur Hälfte von dir, jeder Prozentpunkt kostet bei 2.700 € Brutto rund 13,50 € im Monat.

Kann ich direkt mein Teilzeit-Brutto eintragen?

Ja. Der Rechner akzeptiert beides. Wenn du das Teilzeit-Brutto schon kennst, überspringst du Schritt eins und setzt Vollzeit- und Teilzeitstunden gleich.

Warum weicht das Ergebnis von meiner Lohnabrechnung ab?

Weil das Modell mit Pauschalen rechnet und individuelle Freibeträge, Kinderfreibeträge, Faktorverfahren, betriebliche Altersvorsorge, Sachbezüge oder Einmalzahlungen nicht kennt. Für verbindliche Werte zählt immer die Abrechnung deines Arbeitgebers.

Warum sich das Nachrechnen lohnt

Die meisten Teilzeit-Entscheidungen scheitern nicht an der Mathematik, sondern an einer falschen Erwartung. Wer davon ausgeht, dass ein Viertel weniger Arbeitszeit ein Viertel weniger Geld bedeutet, plant zu pessimistisch und verwirft das Modell zu früh. Wer umgekehrt nur auf den gestiegenen Netto-Stundenlohn schaut, übersieht, dass am Monatsende trotzdem ein dreistelliger Betrag fehlt.

Rechne deshalb mit deinen eigenen Werten und nicht mit dem Beispiel oben: eigenes Vollzeit-Brutto, eigene betriebliche Vollzeitstundenzahl, eigene Steuerklasse, eigener Zusatzbeitrag. Notiere dir das Ergebnis als drei Zahlen – neues Netto, Nettoverlust im Monat, Nettoverlust je Wochenstunde. Mit diesen drei Zahlen lässt sich das Gespräch mit dem Arbeitgeber und die Planung des Haushaltsbudgets führen.