Praxis · aktualisiert Oktober 2026 · Lesezeit 4 Minuten
Gehaltsvorstellung bei Teilzeit-Bewerbung: Brutto, Netto, Stunden
Nenne dein Wunschgehalt als Brutto für die vereinbarten Wochenstunden: Vollzeit-Brutto × Stunden ÷ Vollzeitstunden. Beispiel: 4.200 € bei 40 Stunden sind 3.150 € bei 30 Stunden, netto rund 2.153 €. Stand Oktober 2026.

Kurzantwort: so setzt du die Gehaltsvorstellung an
- Vollzeitgehalt der Stelle klären: Steht in der Anzeige ein Band oder Tarifgruppe, rechne damit. Steht nichts da, nimm den Marktwert für die Vollzeitstelle.
- Anteilig umrechnen: Wochenstunden ÷ Vollzeitstunden × Vollzeit-Brutto. Wie das genau geht, zeigt Gehalt von Vollzeit auf Teilzeit umrechnen.
- Netto gegenprüfen: Die Zahl, die auf dem Konto ankommt, entscheidet, ob das Modell trägt — nicht das Brutto. Rechne sie im Teilzeit-Netto-Rechner nach.
- Stunden und Gehalt zusammen nennen: „Ich suche eine Stelle mit 30 Wochenstunden und stelle mir ein Bruttomonatsgehalt von 3.150 € vor" ist eindeutig; ein Jahresgehalt ohne Stundenbezug lädt zu Missverständnissen ein.
Beispiel: Vollzeit 4.200 € brutto, je nach Stunden
Ausgangspunkt ist eine Stelle mit 4.200 € Brutto bei 40 Wochenstunden. Netto berechnet mit dem Rechenkern dieses Rechners: Steuerklasse I, keine Kirchensteuer, Nordrhein-Westfalen, kinderlos, 14,6 % allgemeiner Satz plus 2,9 % Zusatzbeitrag.
| Wochenstunden | Brutto / Monat | Netto / Monat | Netto-Anteil am Brutto |
|---|---|---|---|
| 40 Std. | 4.200 € | 2.733 € | 65,1 % |
| 32 Std. | 3.360 € | 2.271 € | 67,6 % |
| 30 Std. | 3.150 € | 2.153 € | 68,3 % |
| 25 Std. | 2.625 € | 1.852 € | 70,5 % |
| 20 Std. | 2.100 € | 1.544 € | 73,5 % |
Das Netto sinkt langsamer als die Stunden: Von 40 auf 30 Stunden fällt das Brutto um 25 %, das Netto nur um rund 21 % (2.733 € auf 2.153 €), weil die Steuerprogression nachlässt. Für die Verhandlung heißt das: Ein Teilzeitgehalt von 75 % des Brutto bedeutet nicht 75 % des Netto. Mehr Stufen mit Tabelle findest du unter 20, 25 oder 30 Stunden: was netto bleibt.
Rückwärts rechnen: Welches Brutto brauche ich für mein Wunsch-Netto?
Wer ein festes Budget hat, startet beim Netto. Nach dem gleichen Rechenkern braucht es für ein Monatsnetto von rund 1.500 € etwa 2.027 € Brutto, für rund 2.000 € etwa 2.883 € Brutto und für rund 2.500 € etwa 3.772 € Brutto. Teile dieses Brutto durch den Stundenlohn deiner Zielstelle, um die nötigen Wochenstunden zu finden (Formel: Stundenlohn in Netto umrechnen).
Stundenlohn statt Monatsgehalt nennen?
Bei Stellen mit schwankenden Stunden oder Stundenvertrag ist der Stundenlohn die klarere Basis. Monatsbrutto = Stundenlohn × Wochenstunden × 13 ÷ 3. Beispiel: 24 € bei 30 Stunden sind 3.120 € brutto und rund 2.136 € netto; bei 20 Stunden 2.080 € brutto und rund 1.532 € netto.
Typische Fehler
- Vollzeitgehalt nennen, aber Teilzeit meinen: Der Arbeitgeber geht sonst von 40 Stunden aus oder rechnet selbst herunter.
- Nur Brutto verhandeln: Ein höheres Brutto kommt nur anteilig an. Wie viel, zeigt Nettovergleich vor dem Gehaltsgespräch.
- Sonderzahlungen vergessen: Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Boni und Zuschläge werden bei Teilzeit meist anteilig gezahlt — vorher nachfragen.
- Grenzen übersehen: Unter 603 € im Monat gilt der Minijob, bis 2.000 € der Übergangsbereich (Midijob) mit geringeren Beiträgen; siehe Teilzeit und Midijob.
FAQ
Soll ich bei einer Teilzeitbewerbung Brutto pro Monat oder pro Jahr nennen?
Nenne das Bruttomonatsgehalt zusammen mit den Wochenstunden. Das Jahresgehalt kann zusätzlich genannt werden, sollte aber immer den Stundenbezug enthalten, damit niemand eine Vollzeitzahl vermutet.
Wie rechne ich das Vollzeitgehalt auf Teilzeit um?
Vollzeit-Brutto × Wochenstunden ÷ Vollzeit-Wochenstunden. Bei 4.200 € Vollzeit und 30 von 40 Stunden: 3.150 € brutto, in unserem Beispiel rund 2.153 € netto.
Bekomme ich in Teilzeit denselben Stundenlohn wie in Vollzeit?
Grundsätzlich ja: Das Teilzeit- und Befristungsgesetz verbietet, Teilzeitbeschäftigte wegen der Teilzeit schlechter zu behandeln als vergleichbare Vollzeitkräfte (§ 4 Abs. 1 TzBfG). Der Stundenlohn bleibt gleich, das Gehalt sinkt anteilig.
Methodik und Quellen: Eigene Schätzung nach dem Einkommensteuertarif § 32a EStG 2026, den Beitragssätzen und Bemessungsgrenzen 2026 der Sozialversicherung sowie dem Zusatzbeitrag von 2,9 %; Gleichbehandlung nach § 4 TzBfG (gesetze-im-internet.de/tzbfg). Stand der Berechnung: 16.10.2026. Abrechnungsdetails wie Freibeträge, Sachbezüge oder abweichende Zusatzbeiträge können abweichen. Alle Werte sind vereinfachte Schätzungen zur Orientierung und keine Steuer- oder Rechtsberatung. Verbindlich sind Lohnabrechnung und Arbeitsvertrag.
